Insektensterben – Ökozid

Auf Wiesen und Feldern summt, brummt und zwitschert es immer weniger. Die dramatische Situation der Vögel mit Einbußen von über 50 Prozent in den letzten 20 Jahren ist mittlerweile breit bekannt. Erschreckend ist aber auch die Situation der Schmetterlinge. Diese für das Ökosystem so wichtigen Insekten verschwinden zunehmend.

Eine von der Bundestagsfraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN beauftragte Studie zur Situation der Schmetterlinge kam im Frühjahr zu dem erschreckenden Ergebnis, dass allein 40 Prozent der Tagfalter vom Aussterben bedroht sind. Für das Flächen- und Agrarland NRW ist die Untersuchung noch alarmierender. Dort sind fast 70 Prozent der Tagfalter gefährdet. Das hat weitgehende Folgen: Weniger Raupen heißt auch weniger Futter für die Vögel, weniger Schmetterlinge heißt auch weniger Obstbestäuber – ein ganzes Ökosystem gerät aus der Balance.

Eine im Oktober 2017 veröffentliche Studie sorgte bundesweit für Aufsehen, belegt sie doch das rasante Insektensterben ein weiteres Mal. 76 Prozent weniger Insekten – in Teilen sogar bis zu 82 Prozent weniger – wurde in 63 deutschen Schutzgebieten zwischen 1989 und 2016 festgestellt. Das bedeutet weniger Schmetterlinge, Bienen und Wespen aber auch unscheinbarere Fluginsekten in unserer Umwelt. Über weniger Stechmücken mag man sich vielleicht sogar noch freuen, aber der Schaden an der Ökologie ist dramatisch.

Wir müssen auch in Eschborn dringend gegensteuern. Unser Antrag zur Herausnahme von Wegeparzellen aus der Bewirtschaftung dient der Schaffung von zusätzlichen ökologischen Vorrangflächen wie z.B. Blühstreifen oder Hecken.

Vielen Vogelarten finden in der dichten Vegetation auf Äckern keine geeigneten Brutplätze. Daher sollten auf Ackerschlägen bestimmte Flächen nicht eingesät werden. Auf diesen entstehenden vegetationslosen Flächen können dann typische Vögel der Agrarlandschaft wie Feldlerche oder Kiebitz brüten.

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