Zwei Jahre Hanau: Gedenken an Terroropfer muss in der Mitte der Gesellschaft stattfinden

Pressemeldung Bündnis 90/DIE GRÜNEN

OV Eschborn 15.02.2022

Vor zwei Jahren wurde Deutschland von einem der tödlichsten Terror-Anschläge der Nachkriegszeit getroffen. Daran zu erinnern, ist keine klassische Aufgabe einer Pressemitteilung eines Ortsverbands einer politischen Partei. Wir Eschborner GRÜNE nutzen dennoch ganz gezielt dieses Format: Nicht, weil wir von nun an regelmäßig zu Gedenktagen aufrufen und so zur Inhaltsproduktion beisteuern möchten, der sich um Aufmerksamkeit buhlende Parteien nicht entziehen können. Nein, uns ist es ein politisches Anliegen, darauf hinzuweisen, dass wir das Gedenken an die grausame Tat, die das nahe Hanau und viele Menschen in Deutschland und darüber hinaus in Schrecken versetzt hat, in der ganzen Breite unserer Gesellschaft stattfinden lassen müssen. Viel zu leicht können Menschen, die weder täglich ihren Namen buchstabieren müssen noch in vielen Situationen nach ihrer „eigentlichen“ Herkunft gefragt werden, vergessen, dass der Anschlag von Hanau nicht nur einer vermeintlichen Randgruppe, sondern der ganzen freien Gesellschaft gegolten hat.

Wir möchten also hier nicht nur unsere Solidarität mit den Angehörigen der Opfer des Terroranschlags vom 19. Februar 2020 ausdrücken und den Schmerz um den Verlust von Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Said Nessar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Sedat Gürbüz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu und Vili Viorel Păun teilen. Wir wollen auch einen politischen Appell an alle Instanzen der Eschborner Stadtgesellschaft und alle Eschborner*innen senden: Das Gedenken an eine Tat dieser Tragweite ist nicht nur Privatsache oder die Sache einer bestimmten gesellschaftlichen Gruppe. Das Gedenken an einen rassistischen, rechtsextremen Terroranschlag in unserer Nachbarschaft muss in der Mitte unserer Gesellschaft stattfinden.

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