Rede Bärbel Grade Stadtverordnetenversammlung Bahnhöfe-22.8.2019


Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,
sehr geehrte Damen und Herren,


Spätestens angesichts der Klimakrise hat sich die Erkenntnis allgemein durchgesetzt, dass umweltfreundliche Alternativen zum motorisierten Individualverkehr stärker als bisher genutzt werden sollten. Zu diesen umweltfreundlichen Alternativen gehört insbesondere der Öffentliche Personennahverkehr, der leistungsfähiger und attraktiver werden muss. Auch diese Erkenntnis ist nicht neu.

Und was passiert hier bei uns in Eschborn? In einer der reichsten Gemeinden Deutschlands? Die Bahnhöfe Eschborn Mitte und Niederhöchstadt und ihr Umfeld sind ein Sinnbild dafür wie man Fahrgäste abschreckt. Sie sind ein jahrelanges Ärgernis ohne Aussicht auf ein Happy End. Sie sind unattraktive Schmuddelecken und unserer Stadt nicht würdig.
Die Schuld dafür alleine der Deutschen Bahn in die Schuhe zu schieben greift zu kurz. Untätig war hier auch der Bürgermeister, der in seiner sechs jährigen Amtszeit außer leeren Versprechungen und vagen Ankündigungen nichts vorzuweisen hat. Der Bürgermeister hat sich trotz regelmäßiger Klagen aus der Bevölkerung nicht gekümmert und auch im Rathaus keine Ressourcen für die kontinuierliche Betreuung dieses Großprojekts geschaffen.
Wenn schon die Stadt Eschborn wegen der Bahnhöfe in Eschborn und Niederhöchstadt keinen Druck macht, warum sollte die Deutsche Bahn das Thema denn priorisieren?
Der Bürgermeister hat den Bahnhofsumbau vollständig aus der Hand gegeben. Und das ist das Gegenteil von Kümmern und Vorantreiben. Die DB soll planen und machen, die Stadt ist nur noch reiner Zahler ohne jegliche Einflussnahme.
Nach eigener Aussage des Bürgermeisters waren die letzten Gespräche mit der Bahn im letzten November und bis heute wartet er auf Antwort. Der Umbau der Bahnhöfe ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Sechs verlorene Jahre ohne jeden Fortschritt. Unser Eindruck ist: Heute sind wir von einer Verbesserung weiter weg, als noch vor ein paar Jahren.
Wir können den Antrag der CDU nur begrüßen. Endlich einmal zu überlegen, wo wir selbst tätig werden können. Wir können nicht bis zum St. Nimmerleinstag warten. Die Zustände am Bahnhof Mitte sind unzumutbar. Es gibt keinerlei Möglichkeiten als Gehbehinderter auf die Bahnsteige zu kommen, Mütter mit Kinderwagen plagen sich, es gibt nicht genügend Parkplätze für Pendler, die Bushaltestelle ist gefährlich, einen gesicherten Schulweg gibt es nicht, die Liste ließe sich endlos fortführen …
Das alles blauäugig an die DB auszulagern und ansonsten mangels eigenen Personals zuzuschauen, ist unverantwortlich und auch etwas völlig anderes als den Eschbornerinnen und Eschbornern jahrelang versprochen wurde. Bahnhöfe müssen wieder Chefsache sein.
(Es gilt das gesprochene Wort)

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