Rede STVV 15.7 Top 15 Schottergärten

Sehr geehrter Herr Stadtveordnetenvorsteher,
Sehr geehrte Damen und Herren,
Nur zu gerne hätte meine Fraktion einem Antrag zugestimmt, der dazu beiträgt, Schottergärten und ihre schädlichen Folgen für Biodiversität und Stadtklima zu reduzieren. Ein solcher Antrag liegt uns heute leider nicht vor.
Was uns vorliegt ist ein klassischer Schaufensterantrag. Er beschreibt ein Thema, das in Zeiten der Klimakatastrophe, von Extremwettereignissen, anhaltenden Dürreperioden und schwindender Biodiversität, hohe Relevanz haben MUSS, er liefert jedoch keine Lösungsansätze. Das Ergebnis dieses Antrags, könnte auch ein Info-Flyer sein.
Im Sommer knallt die Sonne auf die Steine und heizt sie auf. Die unnatürlich hohen Temperaturen zerstörten auch die letzte spärliche Bepflanzung, die nicht an diese Wüstenbedingungen angepasst ist. Sie sorgen so dafür, dass die Pflanzen vertrocknen, egal, wie viel man sie gießt. Schon nach kurzer Zeit müssen sie ausgetauscht werden. Die Luft wird nicht durch Pflanzen abgekühlt, sondern auch in der Nacht durch die Steine erwärmt. Durch die fehlenden Blätter der Pflanzen können feine Staubpartikel nicht mehr aus der Luft gefiltert werden, Staub und Stickstoffdioxid reichern sich an. Auch der Lärm der Autos wird durch den Schotter verstärkt.
Anders als bei mineralischem Mulch oder in Steingärten nach alpinem Vorbild, die, wenn sie fachgerecht angelegt werden, vielen Insekten Lebensraum und Nahrung bieten können, sind viele Schottergärten deswegen nur spärlich bis gar nicht bepflanzt.
Eine Kiesfläche vor dem Haus bewirkt also lediglich, dass es heiß, stickig, staubig und laut wird und keine Tiere mehr den Garten besuchen. Und regnet es einmal stark, wie wir es in der letzten Zeit erleben und wie es in Zukunft noch häufiger vorkommen wird, steht das Wasser im Schottergarten, weil es durch den verdichteten Boden nicht abfließen kann. Schließlich nimmt ein Boden je nach Art bis zu 200 Liter Niederschlag pro Kubikmeter auf. Dieses Wasser landet nun in Kellern, der übervollen Kanalisation und am Ende vollkommen verdreckt in Flüssen und Bächen, statt gefiltert im Grundwasser.
Wer sich im März mal am Traktorspielplatz umgeschaut hat, der weiß, von was ich rede. In Ihrem Antrag fordern Sie Vorschläge zur “Verhinderung von
Schottergärten”. Dabei ist das Anlegen von Schottergärten bereits nach §8 der
Hessischen Bauordnung verboten. Was es also braucht, sind attraktive und wirksame Maßnahmen gegen bereits bestehende Schottergärten. Damit sind
gemeint ein Aufklärungsangebot für die Bürger:innen, Anreize für die Bürger:innen und eben nicht ein Verbot, das es bereits gibt.
In Ihrem Antrag fordern Sie Vorschläge zur “Verhinderung von
Schottergärten”. Dabei ist das Anlegen von Schottergärten bereits nach §8 der
Hessischen Bauordnung verboten. Was es also braucht, sind attraktive und wirksame Maßnahmen gegen bereits bestehende Schottergärten. Damit sind gemeint ein Aufklärungsangebot für die Bürger:innen, Anreize für die Bürger:innen und eben nicht ein Verbot, das es bereits gibt.
Bereits in den Ausschüssen wurde deutlich, dass es eine breite Mehrheit für einen für einen gemeinsamen Antrag mit einer konstruktiven Ausrichtung gibt. Dieses Angebot möchten wir noch einmal bestätigen. Wir würden gerne – auch in Zusammenarbeit mit ihrer Fraktion – eine gute, aussagekräftige Alternative für diesen Antrag schreiben, der dann in der nächsten Sitzungsrunde – anders als der vorliegende Antrag – auch mehrheitsfähig wäre. Ziehen Sie den Antrag zurück oder schieben Sie ihn, sodass wir eine bessere Alternative entwickeln können. Denn so wie der Antrag momentan verfasst ist, können und werden wir leider nicht zustimmen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
(Es gilt das gesprochene Wort)

Lily Sondermann

Vorlage : https://eschborn.more-rubin1.de/vorlagen_details.php?vid=202133006100048

Verwandte Artikel